Interview mit Antonia Wald, Gesundheitslotsin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH
Fühlen Sie sich dauerhaft gestresst, erschöpft oder innerlich überfordert? Wenn Belastungen anhalten und Körper wie Seele aus dem Gleichgewicht geraten, suchen immer mehr Menschen heute bewusst Unterstützung zur Vorbeugung und Behandlung psychosomatischer Erkrankungen – offen und ohne Tabu.
Im Experten-Blog berichtet Antonia Wald, Gesundheitslotsin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH, davon, wie groß der Wunsch der Gäste nach innerer Stabilität ist. In den oft intensiven Gesprächen zeigt die 25-jährige Fachwirtin für Gesundheit und Sozialwesen das Angebotsspektrum rund um Reha, ambulante Badekur oder gezielte Prävention in Bad Kissingen mitten im Bäderland Bayerische Rhön auf.
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Frau Wald, woran erkenne ich eine psychische Belastung?
Antonia Wald: Viele Menschen fühlen sich dauerhaft unter Druck gesetzt – beruflich wie privat. Die Gäste, die mich im Rahmen meiner Funktion als Gesundheitslotsin ansprechen, berichten von anhaltendem Stress, Erschöpfung, depressiven Verstimmungen oder Burnout-Symptomen. Auch familiäre Herausforderungen, etwa die Pflege von Angehörigen, können aufgrund der Mehrbelastung zu gesundheitlichen Beschwerden führen.
Was gut ist: Viele Menschen schweigen ihre seelischen Beschwerden nicht mehr tot. In den Gesprächen mit mir gestehen sich viele ihre psychische Belastung ein und fragen nach Gesundheitsangeboten, bei denen sie ihre innere Balance wieder finden können.
Wie finde ich die für mich geeignete Maßnahme oder Angebot?
Antonia Wald: Das Gesundheitsangebot in Bad Kissingen und im Bäderland Bayerische Rhön ist riesig. Genau deshalb gibt es den Service der Gesundheitslotsin. Wer merkt, dass er aus seiner Balance kommt oder bereits gekommen ist, kann sich gerne an mich wenden – ob telefonisch, per Mail oder im persönlichen Gespräch. Eine Terminvereinbarung ist ratsam.
Wichtig ist für mich im ersten Schritt das Zuhören. Viele Menschen empfinden es bereits als entlastend, ihre Situation in Ruhe schildern zu dürfen. Aufmerksamkeit und echtes Interesse sind die Basis jeder Beratung.
Ein großer Teil meiner Beratung konzentriert sich auf die ambulante Badekur oder andere präventive Maßnahmen. Ich informiere dann je nach Gegebenheit über die nächsten Schritte, z. B. über die Antragstellung bei der Krankenkasse. Ich zeige mögliche Unterkünfte und Anwendungen sowie der Freizeit- und Kulturmöglichkeiten auf. Weiterhin stelle ich den Kontakt zum Badearzt oder ggf. auch zur Seelsorgerin bzw. zum Seelsorger her.
Sollte es noch nicht geschehen sein, ist der nächste Schritt nach meiner Beratung das Gespräch mit der Hausärztin oder Hausarzt (ggf. Facharzt). Hier sollte man gemeinsam entscheiden, ob Reha, ambulante Badekur oder eine private Präventionsmaßnahme sinnvoll sind.
Wann ist eine Reha empfehlenswert?
Antonia Wald: Eine vom Haus- oder Facharzt verschriebene Reha in einer Psychosomatischen Einrichtung dient in erster Linie der Wiederherstellung der – in diesem Fall seelischen – Gesundheit. Sie ist intensiv, therapeutisch ausgerichtet und umfasst psychologische Einzel- und Gruppengespräche sowie eine engmaschige ärztliche Betreuung. Gerade jüngere Menschen nehmen dieses Angebot zunehmend in Anspruch – häufig aufgrund hoher Arbeitsbelastung oder massiver Erschöpfungszustände.
Die Reha wird – je nach persönlicher Situation – entweder bei der Deutschen Rentenversicherung oder bei der Krankenkasse beantragt. Für Berufstätige übernimmt die Rentenversicherung die Kosten, für Rentnerinnen und Rentner die Krankenkasse.
Bei der Auswahl der Klinik werden die Wünsche der Versicherten im Rahmen ihres gesetzlichen Wunsch- und Wahlrechts berücksichtigt. Alle Kosten von Unterbringung, Verpflegung und medizinischen Maßnahmen werden von der Krankenkasse übernommen. Die Dauer beträgt in der Regel drei Wochen. Berufstätige werden in diesem Zeitraum krankgeschrieben.
Wichtig: Eine Reha ist in der Regel nur in bestimmten Zeitabständen und bei medizinischer Notwendigkeit möglich.
Wann kann die ambulante Badekur ein guter Ansatz sein?
Antonia Wald: Gesetzlich Versicherte können bei medizinischer Notwendigkeit eine ambulante Badekur beantragen – was lange Zeit wenig bekannt war. Nun wird sie immer beliebter, sicherlich auch, weil die Menschen mehr Wert auf Prävention legen. Die ambulante Badekur richtet sich an Menschen, die spüren, dass sie überfordert sind und rechtzeitig gegensteuern möchten. Hier stehen Anwendungen wie Wassergymnastik, Massagen oder physiotherapeutische Maßnahmen im Mittelpunkt. Bei Bedarf vermitteln wir auch seelsorgerische Angebote. Der medizinische Fokus ist weniger intensiv als bei einer Reha, dennoch erfolgt die Betreuung durch einen Badearzt, der einen individuellen Therapieplan erstellt. Das Ziel ist immer dasselbe: raus aus dem gewohnten Umfeld, Abstand gewinnen, abschalten – und sich endlich einmal wieder auf sich selbst konzentrieren.
Wer eine ambulante Badekur bei seinem Haus- oder Facharzt beantragt, wählt den Aufenthaltsort selbst und trägt die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Vor Ort stellt der Badearzt einen individuellen Therapieplan zusammen – abgestimmt auf die persönlichen Beschwerden. Diese verordneten medizinischen Maßnahmen werden von der Krankenkasse bezahlt.
Wichtig: Für die ambulante Badekur erfolgt bei Berufstätigkeiten keine Krankschreibung. Ideal also für Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen. Dennoch steigt das Interesse an einer ambulanten Badekur auch bei jüngeren Menschen, weil sie die hohe Qualität des Präventionsgedankens erkennen.
Wann sollte man mit der Planung eines Gesundheitsaufenthaltes beginnen?
Antonia Wald: Wir erleben derzeit eine sehr starke Nachfrage, insbesondere nach der ambulanten Badekur. Viele Anfragen erreichen uns per E-Mail, aber auch persönliche Beratungsgespräche nehmen deutlich zu. Besonders zwischen Frühling und Herbst möchten viele Gäste nach Bad Kissingen kommen, um wieder zu innerer Balance zu finden. Gerade in der Hauptsaison ist es empfehlenswert, mit Blick auf die Verfügbarkeit von Badearzt, medizinischen Anwendungen und Unterkunft vier bis sechs Wochen vor dem Wunschtermin beim Hausarzt anzufragen. Denn auch der Antrag bei der Krankenkasse benötigt erfahrungsgemäß etwas Zeit.
Welche weiteren Erholungsmaßnahmen gibt es?
Antonia Wald: Wer sich und seiner Seele einfach mal eine Auszeit gönnen möchte, findet in Bad Kissingen und im Bäderland Bayerische Rhön rund ums Jahr eine Fülle an Erholungs- und Wellnessangeboten von Ayurveda über Thermengenuss bis Waldbaden – ideal für gestresste Menschen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf unserem Heilwasser mit seinen Trinkkuren, Bädern, Massagen und vielem mehr. Gerne zeigen wir Ihnen auch in diesem Bereich die Bandbreite des Bad Kissinger Angebots auf.
Welchen Tipp haben Sie für einen erfolgreichen Gesundheitsaufenthalt?
Antonia Wald: Ich empfehle den Gästen, Präventionsaufenthalte bewusst allein ohne Begleitperson für sich zu nutzen. Es soll in dieser Zeit mal nur um einen selbst gehen und darum, sich selbst etwas Gutes zu tun. Eine ambulante Badekur ist kein Urlaub, eine Reha-Maßnahme ohnehin nicht. Sehen Sie solch einen Aufenthalt als eine strukturierte Auszeit mit medizinischer Begleitung an – und der Chance, durch intensive Zeit für sich selbst neue Stabilität zu gewinnen!
Warum ist das Bäderland Bayerische Rhön besonders geeignet?
Antonia Wald: Im Bäderland Bayerische Rhön wirken medizinische Kompetenz, Natur und Ruhe auf einzigartige Weise zusammen. Die traditionsreichen Kurorte stehen für medizinische Erfahrung und individuelle Betreuung. Zugleich schafft die weite Landschaft der Rhön mit ihrer klaren Luft und natürlichen Stille ideale Bedingungen, um Abstand zu gewinnen, neue Kraft zu schöpfen und nachhaltig zu regenerieren.
Zur Person:
Antonia Wald ist ausgebildete medizinische Fachangestellte und Fachwirtin für Gesundheit und Sozialwesen. Seit Juni 2025 berät sie als Gesundheitslotsin Interessierte und Gäste zu Reha- und Kurangeboten im Staatsbad Bad Kissingen.
Foto: Gesundheitslotsin Antonia Wald (c) Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH_Foto Nina Pereira Santo